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Mangelernährung

Zusammenfassung

Bei einer Mangelernährung erhält der Körper nicht ausreichend einzelner, mehrerer oder aller Nahrungsbestandteile. In der Folge kann der Körper mit seinen Zellen, Geweben und Organen nicht mehr optimal funktionieren. Abläufe im Körper können dadurch gestört werden und Krankheiten mit einer breiten Palette an Beschwerden können im Bereich aller Gewebe und Organe des Körpers auftreten. Die Mangelernährung wird in eine Unterernährung und eine Fehlernährung mit unterschiedlichen Ursachen und Beschwerden im Bereich aller Gewebe und Organe unterteilt. Die Diagnose einer Mangelernährung wird mit Gespräch und körperlicher Untersuchung gestellt. Die Behandlung der Mangelernährung hängt von ihrer Ursache ab, wobei der Körper wieder eine ausreichende Menge aller Nahrungsbestandteile erhalten soll. Dazu sind teilweise eine Trinknahrung und/oder eine künstliche Ernährung notwendig.

Allgemeines

Damit der menschliche Körper mit all seinen Zellen, Geweben und Organen optimal funktionieren kann, benötigt er Bausteine und Energie. Diese Bausteine und Energie müssen ihm in regelmässigen Abständen mit der Nahrung zugeführt werden. Damit der Baustein- und Energie-Bedarf des Körpers gedeckt werden kann, muss die Nahrung genügend Bausteine und Energie in Form aller Nahrungsbestandteile in ausreichender Menge enthalten.
Zu den Nahrungsbestandteilen, die auch Grundnährstoffe genannt werden, gehören die Kohlenhydrate, die Fette, die Eiweisse (Proteine), die Nahrungsfasern (Ballaststoffe), die Vitamine, die Spurenelemente und die Elektrolyte. Diese Nahrungsbestandteile muss der menschliche Körper in regelmässigen Abständen mit der Nahrung aufnehmen, da er sie als Bausteine und Energie benötigt. Nur dank regelmässiger und ausreichender Zufuhr von Bausteinen und Energie in Form all dieser Nahrungsbestandteile kann der Körper mit allen seinen Zellen, Geweben und Organen optimal zusammenarbeiten, reibungslos funktionieren und gesund bleiben.
Erhält der Körper keine ausreichende Menge aller Nahrungsbestandteile, um seinen Bedarf zu decken, das heisst erhält er zu wenig einzelner, mehrerer oder aller Nahrungsbestandteile, hat er einen Mangel an Bausteinen und/oder Energie. Es wird dabei von einer Mangelernährung gesprochen. In der Folge kann der Körper mit seinen Zellen, Geweben und Organen nicht mehr optimal funktionieren. Abläufe im Körper können dadurch gestört werden und Krankheiten mit einer breiten Palette an Beschwerden können im Bereich aller Gewebe und Organe des Körpers auftreten.

Die Mangelernährung wird in eine Unterernährung und eine Fehlernährung unterteilt. Bei einer Unterernährung besteht ein Mangel an allen Nahrungsbestandteilen, sodass der gesamte Energie- und Baustein-Bedarf des Körpers nicht mit der Nahrung gedeckt werden kann. Die Unterernährung wird deshalb auch quantitative Mangelernährung genannt. Bei einer Fehlernährung ist das Nahrungsangebot eigentlich ausreichend. Aber durch eine falsche Zusammenstellung der Nahrungsbestandteile mit einem zu geringen Anteil einzelner oder mehrerer Nahrungsbestandteile wird dem Körper zu wenig einzelner oder mehrerer Nahrungsbestandteile mit der Nahrung zugeführt. Als Folge entsteht ein Mangel dieser Nahrungsbestandteile. Die Fehlernährung wird auch qualitative Mangelernährung genannt.

Steht bei der Unterernährung ein Protein- und Energiemangel im Vordergrund, der meist von einem Vitaminmangel begleitet wird, wird von einem sogenannten Protein-Energie-Mangel, kurz PEM, gesprochen. Dieser Protein-Energie-Mangel fasst die zwei Krankheitsbilder Marasmus und Kwashiorkor zusammen. Bei diesen zwei Krankheitsbildern wurde früher angenommen, dass das Krankheitsbild Marasmus allein durch eine ungenügende Zufuhr von Eiweissen und das Krankheitsbild des Kwashiorkor allein durch eine ungenügende Zufuhr von Energie zustande kommt. Heute wird davon ausgegangen, dass sowohl der Marasmus als auch der Kwashiorkor durch eine mangelhafte Zufuhr von Eiweissen, Energie und weiteren Nahrungsbestandteilen, insbesondere den Vitaminen, zustande kommt.

In der Medizin werden weitere Begriffe im Bereich der Mangelernährung verwendet, die im Folgenden kurz erklärt werden sollen. Der Begriff Wasting wird für einen starken, ungewollten Gewichtsverlust verwendet, der im Rahmen einer unzureichenden Zufuhr von Nahrungsbestandteilen mit der Nahrung oder einer schwerwiegenden Erkrankung wie beispielsweise AIDS zustande kommt. Von Kachexie wird gesprochen, wenn der menschliche Körper durch schwerwiegende Erkrankungen mit Störungen seiner Zellen, Gewebe und Organe ausgezehrt wird und stark abmagert. Beispiele für eine Kachexie sind die Tumorkachexie bei Personen, die an einem bösartigen Tumor leiden, einem sogenannten Krebs, und die Kachexie bei Personen, die an starken Atembeschwerden im Rahmen einer chronischen Lungenerkrankung leiden. Ein weiterer Begriff, der in der Medizin verwendet wird, ist die Sarkopenie. Dieser Begriff findet Verwendung beim natürlichen Muskelabbau älterer Menschen und bei Astronauten, die längere Zeit in der Schwerelosigkeit verbringen. Solch ein Muskelabbau kann sich aber auch bei langdauernder Behandlung mit sogenannten Glukokortikoiden wie Kortison zeigen.

Ursachen

Eine Mangelernährung entsteht, wenn aus verschiedenen Gründen über Wochen bis Monate eine zu geringe Menge einzelner, mehrerer oder aller Nahrungsbestandteile mit der Nahrung aufgenommen wird. Mögliche Ursachen für die Entstehung eine Mangelernährung sind ein falsches Ernährungsverhalten, finanzielle und gesellschaftliche Aspekte, Veränderungen im Alter, Krankheiten und Medikamente mit einem erhöhten Bedarf oder Verlust von Nahrungsbestandteilen sowie körperliche und geistige Beeinträchtigungen.

Unter einem falschen Ernährungsverhalten versteht man, dass eine Person trotz ausreichendem Nahrungsangebot insgesamt zu wenig isst oder dass sie sich einseitig ernährt. Ein solches Fehlverhalten kann anerzogen sein, wenn eine Person als Kind nicht gelernt hat, wie man sich gesund ernähren sollte. Es kann aber auch bewusst gewählt werden, um beispielsweise seine Traumfigur zu erreichen. Oder das falsche Ernährungsverhalten kann sich aufgrund des Zeitdrucks und der Verwendung von Fast Food in der Gesellschaft verbreiten. Insbesondere bei Jugendlichen kann das falsche Ernährungsverhalten mit Entstehung einer Mangelernährung auch im Rahmen einer Erkrankung, einer sogenannten Essstörung, wie der Ess-Brech-Sucht oder der Magersucht, auftreten.

Finanzielle und gesellschaftliche Aspekte haben einen starken Einfluss auf die Ernährung. Dies zeigt sich vor allem in der weiten Verbreitung der Mangelernährung zusammen mit Armut in Entwicklungsländern. Denn Armut lässt meist keine ausgewogene Ernährung zu. Es wird gegessen, was vorhanden ist, wenn überhaupt etwas vorhanden ist. Armut erlaubt es nicht, wählerisch zu sein. Armut kommt aber nicht nur in Entwicklungsländern vor sondern auch in Industrieländern und kann auch dort für eine Mangelernährung verantwortlich sein.

Altern kann ebenfalls die Entstehung einer Mangelernährung begünstigen. Denn mit dem Altern verändert sich vieles im menschlichen Körper. So nimmt der Appetit ab. Das Kauen und das Schlucken können, beispielsweise durch das Fehlen von Zähnen, erschwert werden. Die Bedürfnisse des Körpers ändern sich, sodass der Körper im Alter eine andere Zusammenstellung der Nahrungsbestandteile benötigt als beispielsweise in der Jugend. Zudem kann die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit älterer Menschen vermindert sein, wodurch sie beim Kochen und Einkaufen eingeschränkt sind. Auch haben ältere Menschen, wenn sie alleine leben, oft gar keine Lust, für sich selbst einzukaufen, zu kochen und ausreichend zu essen. Sie denken häufig, dass sich der Aufwand für sie alleine gar nicht lohnt.

Krankheiten und Medikamente können eine Mangelernährung verursachen. Denn durch Krankheiten oder Medikamente können der Appetit verringert, das Kauen, Schlucken und Verdauen erschwert, Übelkeit, Verstopfung, trockener Mund, Bauchbeschwerden und Verwirrtheit hervorgerufen sowie die Verluste oder die Bedürfnisse des Körpers erhöht werden. Jeder, der bereits einmal krank war oder starke Schmerzen hatte, weiss, dass der Appetit dann deutlich vermindert ist, obwohl der Körper eigentlich mehr Energie bräuchte, um mit der Krankheit oder den Schmerzen fertig zu werden.
Beispiele für Krankheiten, die bei Betroffenen eine Mangelernährung verursachen können, sind Erkrankungen des Verdauungstrakts mit Störungen der Verdauung und der Nährstoffaufnahme aus der Nahrung in den Körper, angeborene Fehlbildungen des Verdauungssystems und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes mit schweren Durchfällen oder Erbrechen und damit starken Nährstoffverlusten. Zudem können chronische Erkrankungen, wie beispielsweise Erkrankungen des Herzkreislaufsystems, Lungenerkrankungen, Lebererkrankungen, Krebserkrankungen oder psychische Erkrankungen eine Mangelernährung verursachen. Weitere Beispiele für Krankheiten, die im Körper den Verbrauch oder den Verlust an Energie und Bausteinen steigern und damit den Nährstoffbedarf erhöhen, sind Fieber, Infektionen wie AIDS oder Tuberkulose, eine Schilddrüsenüberfunktion, Verbrennungen, Verletzungen, offene Wunden, grosse Operationen oder eine Hämodialyse zur Blutwäsche bei nicht mehr ausreichend funktionierenden Nieren. Nimmt eine Person, die an den genannten Krankheiten leidet, nicht mehr Energie und Bausteine in Form der Nahrungsbestandteile mit der Nahrung auf, entsteht eine Mangelernährung. Aber nicht nur bei Krankheiten ist der Nährstoffbedarf erhöht, auch Kinder und Jugendliche im Wachstum sowie stillende und schwangere Frauen haben einen höheren Nährstoffbedarf.
Medikamente, die eine Mangelernährung bewirken können, sind Medikamente zur Blutzuckersenkung wie Insulin, Medikamente zur Behandlung von Schmerzen und Gelenksbeschwerden, Chemotherapeutika zur Krebsbehandlung oder Kortikosteroide wie Kortison.

Ausserdem können körperliche und geistige Beeinträchtigungen Ursache einer Mangelernährung sein, da betroffene Personen oft deutlich in der Bewältigung der Alltagsaufgaben eingeschränkt sind. Zu diesen Alltagsaufgaben gehören auch das Einkaufen, das Kochen und das Essen. So können körperliche Beeinträchtigungen beispielsweise zu einer Einschränkung der Beweglichkeit der Arme, zu Kaubeschwerden oder zu Schluckstörungen führen. Geistige Beeinträchtigungen haben beispielsweise Vergesslichkeit, Verwirrtheit oder Unwissen zur Folge.

Häufigkeit

Lange wurden die Mangelernährung, die Unterernährung und die Fehlernährung nur als Problem in Entwicklungsländern betrachtet. Diese Erkrankungen sind aber auch in Industrieländern verbreitet, insbesondere in Alters- und Pflegeheimen, in Spitälern, bei Menschen, die an einer Sucht wie einer Alkoholsucht leiden, bei Obdachlosen und bei Menschen unter grossem Termin- und Zeitdruck, die nicht auf eine ausgewogenen Ernährung achten. So leiden in Industrieländern wie der Schweiz etwa 20 -30% aller Spitalpatienten an einer Mangelernährung. Bei den meisten dieser Patienten besteht die Mangelernährung bereits, wenn sie ins Spital eintreten. Während des Spitalaufenthalts nimmt diese Mangelernährung bei der Mehrzahl der Patienten sogar noch zu, da der Ernährung und dem Ernährungszustand Betroffener oft zu wenig Beachtung geschenkt wird, das Essen nicht dem entspricht, was einem schmeckt und was man gewohnt ist, zu wenig Zeit zum Essen vorhanden ist und da gewisse Behandlungen, wie eine Operation, eine Antibiotikabehandlung, eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung, die Nahrungsaufnahme einschränken. Ausserdem müssen Personen, die mangelernährt sind, im Durchschnitt länger im Spital bleiben, als Personen die gut ernährt sind, was noch zur Verschlimmerung einer Mangelernährung beitragen kann. Und das Risiko für das Auftreten von Komplikationen, die wiederum den Aufenthalt im Spital verlängern können, wird durch eine Mangelernährung erhöht.

Noch häufiger kommt die Mangelernährung mit durchschnittlich etwa 30 bis 50% bei Personen vor, die an Krebs leiden. Von den Personen, die an einem nicht heilbaren Dickdarmkrebs, Prostatakrebs oder Lungenkrebs erkrankt sind, leiden etwa 48 bis 61% an einer Mangelernährung. Bei Personen, die an Magenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder an einem Krebs im Bereich von Hals, Nase und Ohren leiden, beträgt der Anteil an Personen, die an einer Mangelernährung leiden, sogar 83 bis 87%.

Die Angaben zur Häufigkeit der Mangelernährung bei älteren Personen schwanken. In einer Studie, bei der die Häufigkeit der Mangelernährung bei älteren Personen untersucht wurde, wird beispielsweise angegeben, dass 30% der zu Hause lebenden älteren Menschen, 30 bis 60% der älteren Menschen in Pflegeheimen und 60% der älteren Menschen in Spitälern an einer Mangelernährung leiden. In einer anderen Studie wird die Häufigkeit der Mangelernährung bei älteren Menschen mit niedrigeren Zahlen angegeben. Demnach leiden etwa 0,5% der zu Hause lebenden älteren Menschen, 5,7% der älteren Menschen in Pflegeheimen und 33,3% der älteren Menschen in Spitälern an einer Mangelernährung.

Symptome

Die Beschwerden bei einer Mangelernährung hängen davon ab, wie lange die Mangelernährung schon besteht und ob es sich um einer Unterernährung handelt, bei der alle Nahrungsbestandteile in ungenügender Menge mit der Nahrung aufgenommen werden, oder um eine Fehlernährung, bei der einzelne oder mehrere Nahrungsbestandteile dem Körper nicht ausreichend zugeführt werden. Erster Hinweis für das Vorhandensein einer Mangelernährung bei einer Person ist meist eine ungewollte Gewichtsabnahme in den letzten Wochen und Monaten mit Zuweitwerden der Kleidung, eingefallenem Gesicht und knochigen Händen und Fingern.

Eine Mangelernährung kann neben dem Gewichtsverlust eine breite Palette an Beschwerden im Bereich aller Gewebe und Organe des Körpers zur Folge haben. Die genauen Beschwerden, die bei einer Mangelernährung auftreten, werden durch die Eigenschaften derjenigen Nahrungsbestandteile bestimmt, von denen der Körper eine zu geringe Menge erhält.

Symptome bei mangelhafter Zufuhr von Kohlenhydraten, Fetten und/oder Eiweissen

So führt eine mangelhafte Zufuhr von Kohlenhydraten, Fetten und/oder Eiweissen zu einem Mangel an Energie. Denn die Kohlenhydrate, Fette und Eiweisse liefern dem Körper die Energie, die er, seine Zellen, Gewebe und Organe benötigen. Ohne diese Energie kann der Körper seinen Stoffwechsel und denjenigen seiner Zellen nicht aufrechterhalten und richtig funktionieren. Deshalb fahren der Körper und alle seine Zellen bei einem Energiemangel den Stoffwechsel herunter. So zeigt sich eine mangelnde Zufuhr von Kohlenhydraten durch die dadurch bedingte mangelnde Energiezufuhr mit einem zu tiefen Blutzucker, einer sogenannten Unterzuckerung, mit Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen, Schwächegefühl, sinkender Konzentrationsfähigkeit und Sehstörungen.
Da der Körper die Kohlenhydrate, Fette und Eiweisse aber nicht nur als Energielieferanten benötigt, sondern auch als Bausteine, sind durch den Mangel an Bausteinen weitere Beschwerden möglich. Ein Mangel an Fetten kann so zu Sehstörungen, Muskelschwäche, Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit, Hauterkrankungen, gestörter Wundheilung, Verfettung der Leber, vermehrter Anfälligkeit für Infekte, Wachstumsverzögerungen und Blutarmut mit Blässe, Leistungseinbusse, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Atembeschwerden führen. Dazu trägt auch bei, dass ein Mangel an Fetten zu einem Mangel der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K führt. Denn diese Vitamine können nur mithilfe von Fetten aus der Nahrung in den Körper aufgenommen werden.
Ein Mangel an Eiweissen, die vom Körper als Grundbausteine von Zellen, Geweben und Organen benötigt werden, tritt in der Regel immer zusammen mit einem Energiemangel auf und führt zu einer sogenannten Protein-Energie-Mangelernährung, kurz PEM. Die Protein-Energie-Mangelernährung unterteilt sich in eine leichtere und eine schwerere Form. Die schwerere Form der Protein-Energie-Mangelernährung kann sich mit drei unterschiedlichen Krankheitsbildern zeigen, dem Kwashiorkor, dem Marasmus und dem marasmischen Kwashiorkor.

Abbildung 1: Kwashiorkor bei einem Säugling
Abbildung 1: Kwashiorkor bei einem Säugling
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Mögliche Beschwerden beim Kwashiorkor (siehe Abbildung 1) sind vermehrte Brüchigkeit der Haare, Haarausfall, verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, beeinträchtigte Fruchtbarkeit und Verschlechterung des Abwehrsystems mit erhöhter Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Weiter zeigen Betroffene ausgeprägte Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe, sogenannte Ödeme. Solche Ödeme sind vor allem in Form geschwollener Füsse, Beine und Hände sichtbar, in schweren Fällen in Form von Schwellung im Gesicht und grossen Bäuchen, sogenannten Hungerbäuchen. Die Muskeln Betroffener werden dünner und schwächer. Leber und Milz können an Grösse zunehmen. Durchfälle, Blutarmut mit Blässe, Leistungseinbusse, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche sowie Atembeschwerden sind möglich. Und die Verteilung der Farbpigmente kann in der Haut insbesondere an den Beinen gestört sein. Kinder und Jugendliche sind zudem meist appetitlos und teilnahmslos und leiden an Störungen des Wachstums und der geistigen Entwicklung. Der Allgemeinzustand Betroffener ist schlecht.

Abbildung 2: Marasmus bei einem Säugling
Abbildung 2: Marasmus bei einem Säugling
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Typische Beschwerden eines Marasmus (siehe Abbildung 2) sind starker Gewichtsverlust mit Verlust des Unterhautfettgewebes, Muskelschwund und verringertem Wachstum bei Kindern und Jugendlichen. Körpertemperatur, Blutdruck und Herzschlag sind erniedrigt. Kinder, die an einem Marasmus leiden, haben oft greisenhaft eingefallene Gesichtszüge und einen aufgetriebenen Bauch. Betroffene eines Marasmus haben im Gegensatz zu denjenigen eines Kwashiorkors oft noch Appetit.
Bei einem marasmischen Kwashiorkor sind die Beschwerden des Marasmus und des Kwashiorkor gemischt. Starke Gewichtsverluste treten zusammen mit Flüssigkeitseinlagerungen in den Geweben, sogenannten Ödemen, auf.

Symptome bei mangelhafter Zufuhr von Nahrungsfasern

Ein Mangel an Nahrungsfasern (Ballaststoffen) bei einer Mangelernährung begünstigt das Auftreten einer ungeregelten Verdauung mit Verstopfung und von verschiedenen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, wie Hämorrhoiden, Divertikelkrankheiten und vielleicht auch Dickdarmkrebs.

Symptome bei mangelhafter Zufuhr von Vitaminen, Spurenelementen und/oder Elektrolyten

Ein Mangel an Vitaminen, Spurenelementen und/oder Elektrolyten (Mineralstoffen) führt bei einer Mangelernährung dazu, dass zahlreiche lebenswichtige Abläufe im Körper nicht funktionieren. So können Betroffenen an verschiedensten Veränderungen im Körper leiden. Diese Veränderungen und Beschwerden eines Mangels der verschiedenen Vitamine, Spurenelemente und Elektrolyte werden in den entsprechenden Texten über die Nahrungsbestandteile besprochen.

Mögliche Symptome bei der Mangelernährung

Eine Mangelernährung, bei der der Körper zu wenig einzelner, mehrerer oder aller Nahrungsbestandteile erhält, kann sich somit mit den folgenden Beschwerden äussern. Im Allgemeinen sind Gewichtsverlust, Blässe, Schwäche, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und Antriebsarmut möglich. Zudem können bei einer Mangelernährung Veränderungen und Beschwerden im Bereich aller Gewebe und Organe des menschlichen Körpers auftreten.

Abbildung 3: Mundwinkelrhagaden
Abbildung 3: Mundwinkelrhagaden
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Mögliche Veränderungen und Beschwerden im Bereich der Haut sind entzündliche Hauterkrankungen, eine veränderte Färbung der Haut und eine verzögerte Wundheilung.
Mögliche Veränderungen und Beschwerden der Schleimhäute sind schmerzhafte, gerötete und geschwollene Lippen, schmerzhafte Einrisse an den Mundwinkeln, sogenannte Mundwinkelrhagaden (siehe Abbildung 3) und Entzündungen der Schleimhaut des Mundes und/oder der Zunge (siehe Abbildung 4).
Mögliche Veränderungen und Beschwerden der Haare und Nägel sind Haarausfall und eine Bildung von Rillen oder Flecken an den Nägeln (siehe Abbildung 5).
Mögliche Veränderungen und Beschwerden der Blutbildung sind eine Blutarmut mit einem Mangel der roten Blutkörperchen, der weissen Blutzellen und/oder der Blutplättchen. Ein Mangel der roten Blutkörperchen zeigt sich mit Blässe, Müdigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit, Konzentrationsstörungen und Atembeschwerden. Ein Mangel der weissen Blutzellen zeigt sich mit einer Schwächung des Abwehrsystems des Körpers, des sogenannten Immunsystems, und vermehrter Anfälligkeit für Infekte. Das Abwehrsystem des Körpers wird noch durch weitere Veränderungen im Körper bei einer Mangelernährung geschwächt. Ein Mangel der Blutplättchen führt zu einer vermehrten Blutungsneigung mit Schleimhautblutungen, punktförmigen Blutungen in der Haut und Blutergüssen (siehe Abbildung 6).

Abbildung 4: entzündete, gerötete Zunge
Abbildung 4: entzündete, gerötete Zunge
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Mögliche Veränderungen und Beschwerden der Muskulatur führen zu einer Abnahme der Muskelmasse, insbesondere an den Schläfen und Oberarmen, mit Muskelschwäche und schnellerem Ermüden. Die Abnahme der Muskulatur zeigt sich auch am Herzen und an der Atemmuskulatur.
Mögliche Veränderungen und Beschwerden des Herzens und des Herzmuskels sind ein langsamerer Herzschlag, Herzrhythmusstörungen und eine Herzschwäche, Herzinsuffizienz genannt. Eine Herzschwäche zeigt sich bei Betroffenen mit Atembeschwerden zunächst bei körperlicher Anstrengung, dann auch in Ruhe, mit Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe und dadurch bedingtem Anschwellen vor allem der Unterschenkel, sogenannten Ödemen, und mit Abnahme des Blutdrucks.
Mögliche Veränderungen und Beschwerden der Lungen sind eine Verminderung der Arbeitsleistung der Atemmuskeln wie dem Zwerchfell mit Atembeschwerden. Zudem nimmt die Abwehr schädigender Einflüsse in der Lunge ab und es treten gehäuft Lungenentzündungen bei mangelernährten Personen auf.

Abbildung 5: Rillenbildung an den Fingernägeln
Abbildung 5: Rillenbildung an den Fingernägeln
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Mögliche Veränderungen und Beschwerden der Augen sind eine Verminderung des Sehvermögens und eine Nachtblindheit.
Mögliche Veränderungen und Beschwerden der Knochen sind Wachstumsstörungen und die Osteoporose mit einem Verlust der Knochenstabilität und vermehrter Knochenbrüchigkeit.
Mögliche Veränderungen und Beschwerden des Verdauungssystems sind eine Störung der Verdauung und der Nährstoffaufnahme aus der Nahrung in den Körper, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen.
Mögliche Veränderungen und Beschwerden der Nieren sind eine gestörte Nierenfunktion mit gestörter Urinproduktion, die zu einer vermehrten oder verminderten Ausscheidung gewisser Nahrungsbestandteile und von Flüssigkeit mit dem Urin führt.
Mögliche Veränderungen und Beschwerden der Leber sind eine Leberschwäche. Wegen dieser Leberschwäche kann die Leber nicht mehr ausreichend lebensnotwendige Eiweisse herstellen. Wenn diese Eiweisse im Körper fehlen, kann sich Flüssigkeit im Gewebe ansammeln, sodass Ödeme entstehen. Zudem kann die Leber nicht mehr ausreichend Substanzen abbauen, die für den Körper und seine Gesundheit schädlich sind.
Mögliche Veränderungen und Beschwerden des Nervensystems und des Gehirns sind Konzentrationsstörungen, Gedächtnislücken, Orientierungsverlust, Verwirrtheit und Depression.

Diagnose

Abbildung 6: Vermehrte Blutungsneigung mit punktförmigen Blutungen in der Haut & einem Bluterguss
Abbildung 6: Vermehrte Blutungsneigung mit punktförmigen Blutungen in der Haut & einem Bluterguss
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Besteht bei einer Person der Verdacht auf eine Mangelernährung, kann ein kurzer Selbsttest durchgeführt werden. Bei diesem Test sollen sich beziehungsweise der betroffenen Person die folgenden zwei Fragen gestellt werden:

1. Habe ich beziehungsweise hat die betroffene Person während der vergangenen drei Monate ungewollt an Körpergewicht abgenommen?

2. Habe ich beziehungsweise hat die betroffene Person in den letzten Wochen weniger als sonst gegessen?

Werden beide Fragen mit Ja beantwortet, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Ebenso sollte eine Person einen Arzt aufsuchen, die anhaltend an den oben aufgeführten Beschwerden leidet.
In einem ausführlichen Gespräch wird sich der Arzt nach Beschwerden, Veränderungen, Lebenssituation, Nahrungszusammenstellung, Beschwerden beim Kauen und Schlucken, Stuhlverhalten, Krankheiten und Behandlungen erkundigen. Anschliessend wird der Arzt den Patienten von Kopf bis Fuss untersuchen.
Zusammen mit dem Gespräch und der Untersuchung kann der Verdacht auf eine Mangelernährung gefestigt werden. Dieser Verdacht kann mithilfe des Nutritional Risk Screenings, des sogenannten NRS 2002, bestätigt werden. Bei diesem Screening müssen in einem ersten Teil drei Fragen beantwortet werden.

1. Ist der Body Mass Index BMI der betroffenen Person kleiner als 20,5 kg/m2?
(Der Body Mass Index, kurz BMI, wird zur Beurteilung des Körpergewichts einer Person verwendet. Dabei wird das Körpergewicht in Kilogramm durch die Körpergrösse in Metern im Quadrat geteilt.)

2. Hat die betroffene Person in den letzten drei Monaten an Gewicht verloren?

3. Hat die betroffene Person während den vergangenen Wochen weniger gegessen?

Werden eine, mehrere oder alle drei Fragen mit Ja beantwortet, wird der Arzt in einem zweiten Teil den Schweregrad der Mangelernährung bestimmen. Diese Bestimmung des Schweregrads der Mangelernährung hilft dem Arzt beim Planen des weiteren Vorgehens.

Mithilfe weiterer Untersuchungen muss der Arzt anschliessend die Ursache für die Mangelernährung suchen, wenn sie nicht bereits bekannt ist.

Therapie

Die Behandlung der Mangelernährung hängt von ihrer Ursache ab. Es sollte immer die Ursache bekämpft werden, wenn dies möglich ist.
Zudem ist das oberste Ziel bei jeder Person, die an einer Mangelernährung leidet, dass ihr Körper wieder eine ausreichende Menge aller Nahrungsbestandteile erhält und sein Bedarf an Energie und Bausteinen wieder gedeckt wird. Nur so kann er zusammen mit seinen Zellen, Geweben und Organen wieder optimal funktionieren. Oft muss aber nicht nur für eine ausreichende Ernährung, sondern gleichzeitig auch dafür gesorgt werden, dass die Betroffenen wieder mehr Appetit und Lust zum Essen haben. Insbesondere müssen die betroffenen Personen darüber informiert werden, dass der Körper ausreichend Nahrung benötigt, um funktionieren zu können, und dass eine Mangelernährung schwerwiegende Folgen für die Gesundheit, die Lebensqualität und die Lebenserwartung hat.
In einem ersten Schritt kann mit den Betroffenen ein geeigneter Speiseplan ausgearbeitet werden, der für eine ausgewogene Ernährung mit Lieferung aller notwendigen Nahrungsbestandteile und Energie in ausreichender Menge sorgt. Dabei sollten die Vorlieben und die Kau- sowie Schluckmöglichkeiten Betroffener miteinbezogen werden. Nahrungsmittel, die Betroffene besonders gerne essen, sollen in den Speiseplan eingefügt werden. Nahrungsmittel, die Betroffene gar nicht mögen, sollen wenn möglich aus dem Speiseplan weggelassen werden. Haben Betroffene Schwierigkeiten oder Beschwerden beim Schlucken, soll die Konsistenz der Speisen im Speiseplan dementsprechend angepasst werden. Dabei ist zu beachten, dass pürierte Nahrung meist nicht appetitanregend aussieht und oft auch gar nicht notwendig ist. Ausserdem sollte in die Speiseplanung auch eine ausreichende Trinkmenge von mindestens 1,5 bis 2 Litern pro Tag eingeplant werden.
Zusätzliche Massnahmen können bei Menschen notwendig werden, bei denen eine Mangelernährung wegen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit im Rahmen eines höheren Alters oder wegen körperlichen und geistigen Einschränkungen entstanden ist. So gibt es in der Schweiz beispielsweise in zahlreichen Städten Mahlzeitenlieferdienste, das bedeutet Mahlzeiten werden beispielsweise in Alters- und Pflegeheimen gekocht, zusammengestellt und anschliessend nach Hause geliefert. Auch besteht die Möglichkeit, dass man in einer Gruppe beispielsweise in Alters- und Pflegeheimen zu Mittag ist, wenn Einsamkeit ein Grund für eine ungenügende Nahrungszufuhr ist. Teilweise reicht es aber auch schon, wenn eine Person beim Einkaufen und Kochen begleitet und unterstützt wird.
Vor allem Kinder, die an einer Mangelernährung leiden, müssen in ein Spital aufgenommen und dort wieder langsam aufgepäppelt werden. Dazu müssen die Kinder teilweise mehrere Wochen im Spital bleiben.

Trinknahrung

Oft genügt es bei einer bestehenden Mangelernährung nicht, die Nahrungszusammenstellung mithilfe einer Speiseplanung zu optimieren und Grunderkrankungen zu bekämpfen, um die Mangelernährung zu behandeln. Die ausgewogene Ernährung mit Lieferung aller Nahrungsbestandteile und der benötigten Energie sorgt zwar für die ausreichende Baustein- und Energiezufuhr. Aber durch den schon bestehenden Mangel an Bausteinen und Energie haben die Betroffenen momentan einen erhöhten Bedarf an Bausteinen und Energie im Vergleich zu Personen ohne Mangelernährung. So leiden Betroffene trotz optimierter Nahrungszusammenstellung weiterhin an einem Mangel an Energie und Bausteinen, den sie durch die umgestellte Ernährung allein nicht decken können. In diesen Fällen muss die Nahrungszufuhr durch Zufuhr von Kalorien und Nahrungsbestandteilen in geeigneter Form ergänzt werden. Dazu eignet sich sehr oft eine Trinknahrung. Diese Trinknahrungen sind unterschiedlich zusammengesetzt, das heisst sie enthalten ein unterschiedliches Angebot an Nahrungsbestandteilen und an Energie, und erfüllen damit unterschiedliche Anforderungen. Somit kann die Trinknahrung auf die Bedürfnisse des Betroffenen abgestimmt werden. In Apotheken und Drogerien gibt es ein breites Angebot an Trinknahrungen, die zur Behandlung und Vermeidung einer Mangelernährung geeignet sind. Dank unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und verschiedenen Verfeinerungsmöglichkeiten sollte für jede Person eine akzeptable Trinknahrung vorhanden sein. Auch können viele Speisen beim Kochen oder Backen mit diesen Trinknahrungen angereichert werden. Dazu gehören Suppen, Saucen, Eier- und Milchspeisen sowie Fruchtsäfte.

Künstliche Ernährung

Teilweise sind aber auch Trinknahrungen nicht ausreichend, um eine Mangelernährung zu bekämpfen und einer Person, die nicht ausreichend oder gar nicht essen und trinken kann oder will, genügend Energie und Bausteine zur Verfügung zu stellen. In diesen Fällen wird eine künstliche Ernährung nötig. Bei einer künstlichen Ernährung kann über einen Schlauch durch die Nase oder die Bauchwand, eine sogenannte Sonde, Nahrung direkt in den Magen oder den Dünndarm gegeben werden, ohne dass die betroffene Person diese zuvor kauen und schlucken muss. Dabei wird auch von Sondenernährung oder enteraler Ernährung gesprochen. Für die Sondenernährung sind spezielle Nährlösungen vorhanden, die alle Nahrungsbestandteile und die Energie, die der Körper benötigt, enthält. Neben dieser Form der künstlichen Ernährung gibt es die sogenannte parenterale Ernährung. Bei der parenteralen Ernährung kann das Verdauungssystem aus unterschiedlichen Gründen nicht in die Verdauung der Nahrung und die Aufnahme der Nahrungsbestandteile miteinbezogen werden, sodass die Nahrungsbestandteile und die Energie, die der Körper benötigt, direkt über eine Infusion ins Blut Betroffener gegeben werden.
Wann, wie lange und in welcher Form eine künstliche Ernährung notwendig ist, entscheiden die betroffene Person, deren Angehörige, die zuständigen Ärzte, Ernährungsberater und Pflegepersonen gemeinsam. Die Entscheidung hängt unter anderem von der Ursache und der Art der Mangelernährung ab. Beide Formen der künstlichen Ernährung können nach ausführlicher Information und Training Betroffener und deren Angehörigen mit entsprechender professioneller Unterstützung auch zuhause durchgeführt werden.

Prognose

Die Lebenserwartung und die Lebensqualität sind bei Personen, die an einer Mangelernährung leiden und bei denen die Mangelernährung nicht bekannt ist oder nicht behandelt wird, deutlich eingeschränkt. Wird eine Mangelernährung nicht rechtzeitig behandelt, können Betroffene an den vielfältigen Veränderungen der Gewebe und Organe des Körpers, die durch eine Mangelernährung verursacht werden, sterben.
Insbesondere bei Spitalpatienten konnte gezeigt werden, dass bei kranken Personen, die zusätzlich an einer Mangelernährung leiden, Komplikationen deutlich häufiger auftreten als bei gut ernährten Personen und dass mangelernährte Menschen auch deutlich länger im Spital bleiben müssen. Ausserdem sterben Spitalpatienten, die an einer Mangelernährung leiden, häufiger als gut ernährte Spitalpatienten.

Prävention

Ein erster Schritt bei der Vermeidung von Mangelernährung in Industrieländern besteht darin, alle Personen aus allen Gesellschaftsschichten darüber zu informieren, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung für die Gesundheit, die Lebensqualität und die Lebenserwartung ist. Zudem muss allen Personen bewusst gemacht werden, dass Mangelernährung nicht nur ein Problem in Entwicklungsländern darstellt, sondern auch in Industrieländern vorkommt. Ausserdem muss allen Personen aus allen Gesellschaftsschichten der Zugang zur einer ausreichenden und ausgewogenen Ernährung ermöglicht werden. Vor allem bei älteren, bei kranken und bei körperlich oder geistig eingeschränkten Personen muss die Ernährung mehr Beachtung finden. Da gerade in Alters- und Pflegeheimen sowie Spitälern eine Mangelernährung häufig vorhanden ist, muss die Ernährungssituation beim Eintritt und während des Aufenthalts von den Ärzten, vom Pflegepersonal und von der Ernährungsberatung erfasst, beobachtet und bei Bedarf verbessert werden. Dabei sollen auch der Hausarzt oder die Angehörigen einbezogen werden, damit die Mangelernährung auch nach dem Aufenthalt im Spital, Alters- oder Pflegeheim weiter behandelt wird.

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Zuletzt geändert: 29.04.2008 Druckversion Zum Seitenanfang
 
Autor/in: prakt. med. Sidonie Achermann , Ärztin
Editor/in: Dr. Julia Feucht, Ärztin
Fachperson: Prof. Dr. med. Rémy Meier, Leiter Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung, Medizinische Universitätsklinik, Kantonsspital Liestal
ICD-10: E40-E46, E50-E64
Keywords: Malnutrition, Mangelernährung, Fehlernährung, Unterernährung, Essstörungen, Künstliche Ernährung, enterale Ernährung, parenterale Ernährung, Sondenernährung, Trinknahrung, Sondennahrung, Nutritional Risk Screening, NRS 2002

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