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Extrasystolen

Allgemeines

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Der normale, regelmässige Herzschlag entsteht im Sinusknoten (siehe Bild rechts), dem Taktgeber des Herzens. Dieser befindet sich im rechten Vorhof des Herzen, und leitet den Herzrhythmus über Leitungsbahnen in die Herzkammern weiter. Zwischen dem rechten Vorhof und den Herzkammern liegt der so genannte AV-Knoten , der die Funktion eines Filters der Herzschläge hat. Kommen aufgrund eines Fehlers zwei Herzschläge innerhalb sehr kurzer Zeit beim AV-Knoten an, filtert er den zweiten, unnötigen Herzschlag heraus, damit die Herzfunktion nicht beeinträchtigt wird.

 

Extrasystolen sind zusätzliche Herzschläge, die nicht im Sinusknoten, sondern fälschlicherweise an einer anderen Stelle des Vorhofes oder sogar in den Herzkammern entstehen. Bei den meisten Menschen entstehen im Verlauf des Lebens einmal Extrasystolen, die jedoch von den Betroffenen meist nicht bemerkt werden. Sie können durch den Konsum von Koffein, Tabak oder Alkohol, aber auch durch starke emotionale Erregung oder Übermüdung ausgelöst werden. Neben der Tatsache, dass diese Extrasystolen oft bei gesunden Personen auftreten, kommen sie gehäuft bei herzkranken Leuten, die zum Beispiel an einer koronaren Herzkrankheit, an einer Kardiomyopathie oder an einer Myokarditis leiden, vor.

Symptome

Wie bereits erwähnt machen die Extrasystolen meist keine Symptome, da der Blutfluss durch diese zusätzlichen Schläge kaum beeinflusst wird, wenn sie nicht sehr häufig vorkommen. Nur etwa jede dritte Person bemerkt dies in Form von Herzstolpern oder einem Aussetzer. Ein ganz kleiner Teil dieser Personen fühlt sich dadurch krank. Bei diesen Personen kann durch die Rhythmusstörung Schwindel oder sogar eine kurze Bewusstlosigkeit entstehen.
Werden die Extrasystolen durch eine Herzerkrankung ausgelöst, herrschen die Symptome dieser Grunderkrankung meist vor.

Diagnose

Grundsätzlich kann man die Extrasystolen bereits beim Tasten des Pulses oder beim Abhören des Herzens spüren, beziehungsweise hören. Um diese Herzrhythmusstörung zu dokumentieren, sollte ein Elektrokardiogramm (EKG) aufgezeichnet werden. Dabei werden die Herzströme, welche bei der Herzaktivität entstehen, durch Elektroden, die an der Brustwand aufgeklebt werden, abgeleitet. Diese Signale werden in Form einer Kurve auf einem Papierstreifen aufgezeichnet und liefern wertvolle Informationen über die Herztätigkeit.

Da die Extrasystolen teilweise nur durch eine körperliche Belastung ausgelöst werden, kann das EKG auch während einer körperlichen Aktivität abgeleitet werden. Die Messungen können zum Beispiel während dem Fahren auf einem Hometrainer durchgeführt werden.

Auch durch eine Verschiebung der Blutsalze können diese Herzrhythmusstörungen auftreten. Deshalb wird auch immer eine Blutuntersuchung durchgeführt, bei der die Konzentration der wichtigsten Blutsalze bestimmt wird.

Therapie

Extrasystolen, die bei herzgesunden Personen auftreten, sind nicht gefährlich, weshalb meist keine Behandlung notwendig ist. Wird jedoch eine Verschiebung der Blutsalzkonzentration festgestellt, kann diese durch eine Kalium- und Magnesium-Zufuhr korrigiert und so die Ursache der Extrasystolen beseitigt werden.

Ist die Ursache der Extrasystolen eine Erkrankung des Herzens, muss diese unbedingt vorrangig therapiert werden, da gefährliche Herzrhythmusstörungen auftreten können. Dies ist entscheidend für die Prognose dieser Patienten. Liegt den Extrasystolen zum Beispiel eine koronare Herzkrankheit zugrunde, müssen die Koronararterien wieder durchgängig gemacht werden. In einzelnen Fällen kann auch eine medikamentöse Therapie mit so genannten Betablockern oder anderen antiarrhythmischen Medikamenten angewendet werden. Gelegentlich führt man in dieser Situation auch eine so genannte Ablationsbehandlung durch, bei der das die Extrasystolen provozierende Gebiet gezielt ausgeschaltet werden kann.

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Zuletzt geändert: 26.09.2006 Druckversion Zum Seitenanfang
 
Autor/in: Urspeter Knecht, Dr. med., Arzt
ICD-10: I49.1-I49.4
Keywords: Extrasystolen, zusätzliche Herzschläge, Herzrhythmusstörungen, Arrhythmien, koronare Herzkrankheit, Kardiomyopathie, Herzschwäche, Herzinsuffizienz, Myokarditis

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