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Elektrolyte

Synonyme: Mineralien, Mineralstoffe, Salze, Mengenelemente

Zusammenfassung

Elektrolyte, auch Mineralien, Mineralstoffe, Salze oder Mengenelemente genannt, sind Substanzen, die der menschliche Körper für lebenswichtige Aufgaben benötigt, die er aber nicht selbst herstellen kann und deshalb mit der Nahrung aufnehmen muss. Für die Funktionen des menschlichen Körpers wichtige Elektrolyte sind Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Chlorid und Phosphor. Die richtige Verteilung der Elektrolyte im Körper überwacht und stellt der Körper mithilfe der  Hormone Antidiuretisches Hormon, Aldosteron und natriuretischen Peptiden ein. Wird der Elektrolyt-Bedarf des Körpers nicht gedeckt, entsteht ein Mangel an Elektrolyten. Erhält der Körper zu viele Elektrolyte, entsteht ein Überschuss an Elektrolyten. Die Beschwerden der Betroffenen bei einem Mangel oder einem Überschuss an Elektrolyten werden durch die Eigenschaften des Elektrolyts bestimmt, von dem es eine zu geringe oder eine zu grosse Menge im Körper hat.

Allgemeines

Elektrolyte, auch Mineralien, Mineralstoffe, Salze oder Mengenelemente genannt, sind Substanzen, die der menschliche Körper für lebenswichtige Aufgaben benötigt. Nur mit einer ausreichenden Menge aller Elektrolyte können im Körper alle Funktionen reibungslos ablaufen. Dabei benötigt der Körper nur sehr geringe Mengen von den einzelnen Elektrolyten.
Zusammen mit den Vitaminen und den Spurenelementen gehören die Elektrolyte zu den sogenannten Vitalstoffen, da sie lebensnotwendig sind, und zu den Mikronährstoffen, da der Körper von ihnen im Gegensatz zu den Fetten, Eiweissen und Kohlenhydraten, den sogenannten Makronährstoffen, nur sehr kleine Mengen braucht.
Für die Funktion des menschlichen Körpers wichtige Elektrolyte sind Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Chlorid und Phosphor.

Funktion

Trotz ihrer teilweise geringen Mengen sind die Elektrolyte für den menschlichen Körper lebenswichtig. Sie liefern zwar keine Energie, sind aber für den reibungslosen Ablauf von Prozessen im Körper notwendig.

Abbildung 1: Verteilung der Elektrolyte innerhalb und ausserhalb einer Zelle
Abbildung 1: Verteilung der Elektrolyte innerhalb und ausserhalb einer Zelle
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Die Elektrolyte bilden ein Gleichgewicht zwischen dem Raum innerhalb der Zellen und dem Raum ausserhalb der Zellen, dem sogenannten extrazellulären Raum, wozu auch die Blutflüssigkeit, das sogenannte Blutplasma, gerechnet wird. Die Elektrolyte sind dabei innerhalb und ausserhalb der Zellen in einer unterschiedlichen Mischung vorhanden. So ist innerhalb der Zellen viel mehr Kalium, Magnesium und Phosphor vorhanden als ausserhalb, während es ausserhalb der Zellen viel mehr Natrium, Kalzium und Chlorid als innerhalb gibt (siehe Abbildung 1). Die unterschiedliche Verteilung der Elektrolyte im Inneren und ausserhalb der Zellen erlaubt es, mithilfe des Transports der Elektrolyte von Aussen nach Innen beziehungsweise von Innen nach Aussen das Gleichgewicht der Elektrolyte zu erhalten und die Spannung an den Zellwänden zu ändern. Nur wenn die Verteilung der Elektrolyte zwischen Innen und Aussen erhalten bleibt und Spannungsänderungen an den Zellwänden möglich sind, sind die Zellen des Körpers lebensfähig, können ihre Aufgaben erfüllen und Informationen untereinander austauschen. Die Spannungsänderungen ermöglichen beispielsweise die elektrische Aktivität von Nerven- und Muskelzellen.
Zudem erlaubt die Verteilung der Elektrolyte einen geregelten Flüssigkeitsaustausch zwischen dem Raum innerhalb der Zellen und dem Raum ausserhalb der Zellen, dem sogenannten Extrazellulärraum. Somit bestimmen die Elektrolyte den Wasserhaushalt des Körpers. Ein geregelter Wasserhaushalt des Körpers ist äusserst wichtig, denn der Körper besteht zu etwa 60% aus Wasser. Zwei Drittel davon befinden sich in den Zellen, ein Drittel ausserhalb der Zellen. Nur wenn genügend Wasser im Körper vorhanden ist und das Wasser gleichmässig im Körper sowie im richtigen Verhältnis zwischen dem Raum innerhalb und demjenigen ausserhalb der Zellen verteilt wird, kann der Körper optimal funktionieren.
Daneben werden die Elektrolyte im Körper als Bausteine, beispielsweise für Knochen und Zähne, verwendet.

Bedarf

Der Körper selbst ist nicht in der Lage die Elektrolyte, die er braucht, selbst herzustellen. So müssen die notwendigen Elektrolyte täglich mit der Nahrung und mit Getränken aufgenommen werden, um den Bedarf des Körpers zu decken. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es nicht nur im menschlichen Körper, sondern auch in der Nahrung und in den Getränken teilweise nur eine geringe Menge der notwendigen Elektrolyte hat. Insgesamt kann in der Schweiz der tägliche Elektrolytbedarf durch das reichhaltige Nahrungsangebot und bei einer ausgewogenen Nahrungszusammenstellung normalerweise gut gedeckt werden. So ist eine zusätzliche Elektrolytzufuhr nomalerweise nicht notwendig.

Regelung des Elektrolyt- & des Wasserhaushalts

Da die richtige Verteilung der Elektrolyte im Inneren der Zellen und ausserhalb der Zellen eine äusserst wichtige Rolle für das optimale Funktionieren des Körpers spielt und gleichzeitig über den Wasserhaushalt des Körpers bestimmt, setzt der Körper verschiedene Mittel ein, um diese Verteilung zu überwachen und bei Bedarf neu einzustellen. Dazu verwendet er unter anderem unterschiedliche Hormone. Hormone sind Botenstoffe, mit deren Hilfe der Körper mit seinen Organen, Geweben und Zellen Informationen austauscht. Die Hormone, die der Körper zur Regelung des Elektrolyt- und Wasserhaushalts einsetzt, sind das Antidiuretische Hormon, auch ADH oder Vasopressin genannt, das Aldosteron und die sogenannten natriuretischen Peptide.

Das Antidiuretische Hormon wird in einem bestimmten Areal des Gehirns, dem Hypothalamus, hergestellt. Das Antidiuretische Hormon ist folgendermassen an der Regulierung des Elektrolyt- und Wasserhaushalts im Körper beteiligt: Es wirkt einer Störung der Elektrolytmenge und/oder einer Abnahme der Flüssigkeitsmenge im Körper entgegen, in dem es der Niere befiehlt, nicht zu viel Flüssigkeit mit dem Urin aus dem Körper auszuscheiden.
Eine Störung des Elektrolytgleichgewichts oder eine Abnahme der Flüssigkeitsmenge im Körper können auftreten, wenn eine Person zu wenig trinkt, zu viel Salz mit der Nahrung aufnimmt oder zu viel Flüssigkeit in Form von Schweiss oder Blut verliert. Die Flüssigkeitsabnahme im Körper zeigt sich dadurch, dass das Blut eindickt, die Menge an Blut abnimmt und dadurch der Blutdruck im Körper sinkt. Das Antidiuretische Hormon normalisiert das Gleichgewicht der Elekrolyte und die Wassermenge im Körper wieder.

Das Aldosteron wird in der Nebennierenrinde hergestellt. Aldosteron reguliert den Salz- und Wasserhaushalt des Körpers folgendermassen: Wenn die Wassermenge im Körper abnimmt und damit der Blutdruck sinkt, die Blutmenge im Körper abnimmt oder das Gleichgewicht der Elektrolyte durch eine vermehrte Kaliummenge im Körper oder einen vermehrten Natriumverlust mit dem Urin gestört wird, gibt das Aldosteron der Niere die Anordnung, vermehrt Natriumsalze und Wasser aus dem Urin zu entnehmen und dem Körper zurückzugeben. Gleichzeitig werden auf die Anweisung des Aldosterons hin vermehrt Kalium- und Kalziumsalze mit dem Urin ausgeschieden. So normalisieren sich die Wassermenge und das Gleichgewicht der Elektrolyte im Körper wieder.

Die natriuretischen Peptide werden im Herzen gebildet. Die natriuretischen Peptide regulieren den Salz- und Wasserhaushalt des Körpers folgendermassen: Wenn das Gleichgewicht der Elektrolyte im Körper durch eine vermehrte Natriummenge gestört ist oder der Körper zu viel Flüssigkeit enthält, geben die natriuretischen Peptide der Niere den Auftrag, mehr Natrium und mehr Flüssigkeit mit dem Urin auszuscheiden. Dadurch normalisieren sich das Gleichgewicht der Elektrolyte und die Wassermenge im Körper wieder.

Da diese drei Hormone den Elektrolyt- und den Wasserhaushalt aber dadurch regeln, dass sie den Nieren Anweisungen geben, gelingt ihnen die Regelung des Elektrolyt- und Wasserhaushalts nur dann, wenn die Nieren gesund sind und normal funktionieren.

Erkrankungen

Werden zu viele Elektrolyte aufgenommen oder zu viele Elektrolyte ausgeschieden, wird das Gleichgewicht der Elektrolyte gestört mit einem Überschuss oder einem Mangel an Elektrolyten. Störungen des Elektrolytgleichgewichts können unterschiedliche, teils lebensbedrohliche Beschwerden hervorrufen.

Ursachen für einen Mangel oder einen Überschuss an Elektrolyten sind in der Regel vermehrte Verluste von Elektrolyten, beispielsweise durch starkes Schwitzen bei starker körperlicher Anstrengung, Erbrechen oder Durchfall, ein erhöhter Elektrolytbedarf des Körpers, beispielsweise während Schwangerschaft und Stillzeit, die Einnahme von Medikamenten, Erkrankungen der Nieren oder des Verdauungstraktes, Verteilungsstörungen der Elektrolyte zwischen dem Inneren der Zellen und dem Raum ausserhalb der Zellen oder Störungen der Hormone, mit denen der Körper das Gleichgewicht der Elektrolyte regelt.

Die Beschwerden der Betroffenen bei einem Mangel oder einem Überschuss an Elektrolyten, werden durch die Eigenschaften des Elektrolyts bestimmt, von dem es eine zu kleine oder eine zu grosse Menge im Körper hat.

 


In den folgenden Texten dieses Bereichs werden die für den Menschen wichtigen Elektrolyte mit ihren jeweiligen Aufgaben im menschlichen Körper, ihrem täglichen Bedarf, ihrem Vorkommen in den Nahrungsmitteln und den Beschwerden bei einem Mangel oder einem Überschuss besprochen. Die Angaben bezüglich des täglichen Elektrolytbedarfs des Körpers sind jeweils Durchschnittswerte. Der jeweilige Elektrolytbedarf kann sich in unterschiedlichen Situationen, wie beispielsweise Krankheit, Stress, Schwangerschaft und Stillzeit, ändern.

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Zuletzt geändert: 29.04.2008 Druckversion Zum Seitenanfang
 
Autor/in: prakt. med. Sidonie Achermann , Ärztin
Editor/in: Dr. Julia Feucht, Ärztin
Fachperson: Andrea Meppiel, dipl. Ernährungsberaterin HF
Keywords: Elektrolyte, Mineralien, Mineralstoffe, Salze, Mengenelemente, Mikronährstoffe, Vitalstoffe, Mikroelemente, Calcium, Kalzium, Magnesium, Natrium, Kalium, Phosphor, Chlorid, Wasserhaushalt, Elektrolythaushalt

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