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Speiseröhrenkrebs

Synonyme: Ösophaguskarzinom

Allgemeines

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Das Ösophaguskarzinom ist eine relativ seltene Krebserkrankung, die gehäuft in Ländern mit hohem Teekonsum und scharfem Essen, wie z.B. Japan, England und Nordchina, gefunden wird. Männer zwischen 50 und 60 Jahren sind am häufigsten betroffen, wobei die Erkrankung in den letzten Jahren auch bei jüngeren Patienten und Frauen vermehrt aufgetreten ist. Die bekannten Risikofaktoren stehen meist in Zusammenhang mit den Ess- und Trinkgewohnheiten; ausser heissen Getränken und scharfem Essen gelten auch der auch Konsum von hochprozentigem Alkohol, Rauchen sowie ein Vitaminmangel als begünstigende Faktoren für die Krebsentstehung.

Eine starke Häufung weisen Patienten auf, bei denen aufgenommene Nahrung zusammen mit Magensäure nach dem Schlucken vom Magen wieder zurück in die Speiseröhre fliesst (so genannte Refluxösophagitis). Meist beruht dies auf einer anatomischen Fehlstellung des Magens oder einem ungenügenden Verschluss der unteren Teile des Ösophagus. Die zurückgeflossene Säure schädigt die Schleimhaut der Speiseröhre, was zur Entstehung eines Karzinoms führen kann. Ausserdem zählt man Infektionen mit Viren und durchgemachte Speiseröhrenverätzungen mit starker Narbenbildung zu den Risikofaktoren.

Symptome

Leider treten die wegweisenden Beschwerden erst zu einem späten Zeitpunkt auf, so dass die Erkrankung meist in einem schon fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird. Zu den Symptomen gehören Schluckbeschwerden, damit verbundener Gewichtsverlust sowie Rückfluss von Nahrung aus dem Magen in die Speiseröhre. Letzteres äussert sich durch Sodbrennen oder Schmerzen hinter dem Brustbein, manchmal bis in den Rücken ausstrahlend. Heiserkeit und Husten können ebenfalls in Zusammenhang mit einem Ösophaguskarzinom auftreten.

Diagnose

Da die Speiseröhre nur eine dünne Wand hat, kommt es relativ früh zu Krebsablegern (so genannten Metastasen) im Brustraum. Die Krebszellen können auch in Lymph- und Blutbahnen einbrechen und werden mit diesen im ganzen Körper verteilt. Dies führt zu Metastasen, die sehr weit weg vom ursprünglichen Karzinom auftreten können. Aus diesem Grund sind die Untersuchungen sehr umfangreich und zielen darauf ab, alle Anteile des Körpers zu erfassen, die vom Krebs befallen wurden.

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Zur lokalen Tumorsuche wird ein Röntgenbild des Brustraumes gemacht. Gleichzeitig gibt man dem Patienten Kontrastmittel zum Schlucken, wobei Engstellen und allfällige Durchbrüche durch die Wand der Speiseröhre auf dem Röntgenfilm besser sichtbar werden. Die Computertomographie des Brust- und Bauchraumes sowie des Halses dienen dazu, die genaue Ausbreitung des Tumors sowie befallene Lymphknoten zu erfassen.

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Zusätzliche Informationen liefert die Ösophago-Gastroskopie. Hierbei kann man mit einer kleinen Kamera, die durch den Mund eingeführt wird, in die Speiseröhre bis hinunter in den Magen schauen. Unter direkter Sicht entnimmt man kleine Gewebeproben am Ort der Schleimhautveränderungen, die später unter dem Mikroskop betrachtet werden. Dies erlaubt genauere Aussagen über die Art und das Stadium, sowie über die Ansprechbarkeit des Karzinoms auf Strahlen-oder Chemotherapie. Um Lungenmetastasen zu entdecken kann nach dem gleichen Prinzip die Kamera in die oberen Luftwege eingeführt werden.

Zur Metastasensuche werden zum Teil operative Verfahren beigezogen. Bei der Bauchspiegelung, die in der Fachsprache auch Laparoskopie genannt wird, wird eine Videokamera mit Lichtquelle durch einen kleinen Schnitt unter dem Bauchnabel eingeführt und das aufgenommene Bild auf einen Monitor übertragen. So kann der ganze Bauchraum ausgeleuchtet und auf Metastasen abgesucht werden.

Therapie

Der Therapieplan wird individuell jedem Patienten gemäss Krebsausbreitung, Vorerkrankungen, Alter und den Erfahrungen der behandelnden Ärzte der Region angepasst.
Eine komplette Heilung ist nur in den Frühstadien möglich, bei denen der Tumor noch klein und gut abgrenzbar ist. Die Tumormasse wird komplett chirurgisch entfernt, die Enden der Speiseröhre wenn möglich wieder miteinander vernäht. Wichtig ist dabei die Mitentfernung aller in der Umgebung liegenden Lymphknoten des Brust- und Bauchraumes.
Da Frühsymptome aber meist fehlen, wird der Tumor oft erst in fortgeschrittenen Stadien entdeckt. Die Tumormasse engt die Speiseröhre ein, drückt auf die umliegenden Strukturen des Brustraumes und es liegen häufig schon weiter entfernte Metastasen vor.

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Die Therapie zielt dann auf eine möglichst lange Erhaltung der normalen Nahrungsaufnahme und auf eine Schmerzbekämpfung ab. Zum Zug kommen Radiochemotherpie, Chirurgie oder beides. Der Tumor soll durch eine äussere Bestrahlung kombiniert mit einer medikamentösen Chemotherapie soweit in seiner Grösse reduziert werden, dass er später chirurgisch entfernt werden kann.

Müssen bei der Operation grosse Teile der Speiseröhre herausgeschnitten werden, ist es nicht mehr möglich, die beiden Enden direkt miteinander zu vernähen. Um den entstandenen Abstand zu überbrücken, wird ein entsprechend langes Stück Dünn- oder Dickdarm eingefügt und mit den Enden der Speiseröhre vernäht.

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Fehlt der ganze untere Teil der Speiseröhre, kann der Magen durch das Zwerchfell hochgezogen und mit dem oberen Ende der Speiseröhre vernäht werden.

Sehr weit fortgeschrittene Stadien oder sehr gebrechliche Patienten werden nicht mehr operiert.

Ziel der Therapie ist aber auch hier, die Speiseröhre für den Nahrungsbrei möglichst lange offen zu halten, wofür verschiedenen Techniken zum Einsatz kommen. Über eine eingelegte Sonde wird von Innen her hochdosiert bestrahlt, und so in manchen Fällen die vom Tumor gebildeten Engstellen wieder eröffnet. Weitere Optionen bestehen in der Einlage von sich selbst ausdehnenden Metallprothesen, der Verkleinerung des Tumors mit einem Laser, oder man versucht die Engstelle mit einem Ballon aufzudehnen.
Kann die Nahrung die Speiseröhre trotz allem nicht mehr passieren, erfolgt eine Ernährung mit kalorienreichen Flüssigkeiten, die gegebenenfalls mit einer Magensonde verabreicht werden müssen.

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Zuletzt geändert: 26.09.2006 Druckversion Zum Seitenanfang
 
Autor/in: Sibylle Krämer, Ärztin
Editor/in: Urspeter Knecht, Dr. med., Arzt
ICD-10: C15
Keywords: Speiseröhrenkrebs, Speiseröhrenkarzinom, Karzinom der Speiseröhre, Krebs der Speiseröhre, Ösophaguskarzinom, Oesophaguscarcinom, Gastroösophagealer Reflux, Reflux, Refluxösophagitis, Hiatushernie, Zwerchfellhernie

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